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  • AutorenbildSkipper Martin

03 Zweiundfünfzig Stunden Nonstop über die Adria

Alexandra und ich sind fast zur gleichen Zeit in Brindisi angekommen.

Während ich mit Valentina in die Marina einlief war Alex auch bereits mit dem Flughafentaxi unterwegs in die Marina.



Nach einer kurzen Begrüßung begannen wir auch gleich mit der Planung der nächsten Tage.

Wir analysierten das Wetter und überlegten uns mit Blick in die Karte, mögliche Kurse, die zu den Windrichtungen passen würden. Nicht nur die Kurse waren wichtige Bestandteile unserer Planung, sondern auch die Proviantierung, eventuelle Notfallnummern, vielleicht Ausweichhäfen, eine geschätzte Ankunftszeit und die ungefähre Wegstrecke. Für die Route insgesamt für die Überquerung von Brindisi bis Dubrovnik haben wir in etwa 165 Seemeilen und 40 Stunden angenommen.



Wir beschlossen also den morgigen Hafentag zu nutzen und uns auf den Törn entsprechend vorzubereiten und ließen den Abend gemütlich in der Plicht ausklingen.


Der Tag vor unserer Abreise beginnt mit einer Kletterei auf den Masten zur ersten Saling.

Der Radarreflektor hat sich gelöst und muss neu montiert werden.

Mit Bootsmannstuhl, Bändsel und Klebeband winschte ich Alex die fünf Meter hinauf. Draußen pfeift der Wind und kommt mit etwa 20 Knoten bis in das Hafenbecken. Das macht solche Arbeiten nicht unbedingt einfacher. Mit einer Hand hielt sich Alexandra fest, um mit der anderen den Reflektor an die Want zu befestigen.


Kurze Zeit später ist die Montage erledigt. Schnell noch ein paar Fotos von der tollen Aussicht da oben und fertig. Der Tag verflog mit unseren Erledigungen und der Abend mit einem gemütlichen Dinner.


1000 Uhr vormittags, es war Samstag, der 8. Juli gingen die Leinen los. Wir gleiten langsam aus der Marina. Noch im Hafenbecken wird das Großsegel gesetzt und wir motoren noch ein Stück hinaus.


Hinter dem Wellenbrecher sind kleine Schaumkronen zu erkennen die Wind erahnen lassen. Der starke Wind der letzten Tage hat sich gelegt und sich in einen Sommersegelwohlfühlwind verwandelt. Schon bald setzten wir die Genua dazu und segelten den ersten Kurs NNO in Richtung Überfahrt. Es war ein richtig toller Segeltag. Wir hatten einen angenehmen Am Wind Kurs und dieser sollte die nächsten 60 Seemeilen bleiben. Die Stunden vergingen und Alex lernte das Boot noch etwas kennen, bevor wir in die Abenddämmerung segelten.


Wir hatten uns einen Wachplan zurechtgelegt, der einen zwei Stunden Intervall vorsieht. Die erste Wache übernahm Alex in den Sonnenuntergang und ich begann meinen Dienst zwei Stunden später. Auch durch die Nachtstunden hielt der Wind an und wir segelten mit zwanzig Knoten Wind, Am Wind weiter. Es war eine wolkenlose, sternklare Nacht. Kurz nach Mitternacht ging der Mond auf und erhellte die Umgebung. Gelegentlich konnte man Lichter anderer Schiffe erkennen und auch schon von der Küste Albaniens und Montenegros. Die Bedingungen für unsere Überfahrt hätten nicht besser sein können.

In den frühen Morgenstunden änderten wir unseren Kurs. Wir blieben außerhalb der Zwölfmeilenzone und segelten weiter parallel entlang der Küste. Der Wind ist mittlerweile komplett eingeschlafen und ich habe den Volvo gestartet. Zum Glück haben wir fünf Beaufort im Tank und so schob uns der Schiffsdiesel zielgerichtet Richtung Dubrovnik. Wir überlegen eine Ansteuerung auf die Insel Vis, oder Lastovo, als plötzlich wieder Wind auffrischt und wir unsere Pläne sogleich wieder verwarfen. Ab der ersten Schaumkrone wird gesegelt, das entspricht in etwa drei Windstärken. Wir setzen schnell unser Vollzeug und freuten uns über eine Fahrt mit über drei Knoten.

Da wir nun endlich wieder segeln konnten und ich den Wind ausnützen wollte, beschlossen wir eine weitere Nacht durchzufahren. Den Kurs auf Nordwest gerichtet werden wir sehen, wie weit wir kommen.

Die Sonne verschwand langsam im Meer. Die ersten Sterne erschienen in der Dämmerung. Unser Wachplan wurde wieder aktiviert und wir fuhren in dem gewohnten zwei Stunden Takt durch eine weitere Nacht.


Bei Sonnenaufgang befanden wir uns bereits mitten in der Inselwelt bei Dubrovnik. Mljet haben wir am Abend auf Steuerbord liegen gelassen und fuhren nun an der Küste von Korcula. Um bei einer angenehmen Uhrzeit in einen Hafen einzulaufen, entschieden wir uns für die Ansteuerung nach Milna auf der Insel Brac.



Um zirka 15 Uhr trafen wir bei dem kleinen Hafenstädtchen ein. Wir nutzten die ruhige Zeit, um uns gleich mal bei der Tankstelle mit Diesel zu versorgen. Nur wenige Meter weiter fanden wir auch schon eine kleine Marina und lagen direkt an der Mole vor einer Konoba, wo wir mit Blick auf unser Boot zu Abend essen konnten. Mit strahlenden Gesichtern machten wir die Leinen fest und schlossen das Logbuch ab.


Nach knapp über 270 Seemeilen in den letzten 52 Stunden, haben wir uns dieses Anlegerbier mehr als verdient. Wir genossen die Ruhe im Hafen und die angenehme Atmosphäre dieses netten Örtchens.



Bereits Morgen soll unsere Reise weiter gehen. Die nächsten Kurse bringen uns weiter durch die Inselwelt Kroatiens. Vorbei an die Häfen von Split und Zadar, vorbei und mittendurch die Inseln und immer weiter Nordwest bis zur Kvarner Bucht. Über diese wollen wir bereits Ende der Woche, um bereits am Wochenende in Istrien zu sein.



Ich freue mich jetzt bereits auf die weitere Reise und bin gespannt welchen Routen, welche Ankerbuchten, welche Häfen und welche Winde wir vorfinden werden.


Morgen geht es wieder hinaus.

Hinaus auf die See und ich bin bereit für neue Abenteuer!

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