6. Durch das Mittelmeer bis Gibraltar

6. Durch das Mittelmeer nach Gibraltar
Nach den aufregenden und teilweise anspruchsvollen Etappen der vergangenen Wochen kehrt auf unserer Reise zunächst etwas Ruhe ein.

Die Strecke über Sardinien und die Balearen verläuft ohne nennenswerte Ereignisse - keine großen Überraschungen, keine spektakulären Wetterwechsel und keine besonderen Herausforderungen.
Auch entlang der spanischen Küste bleibt es überwiegend ruhig.
Und genau das tut gut.
Eine Reise wie unsere lebt nicht nur von den großen Abenteuern, von langen Seepassagen und besonderen Herausforderungen. Manchmal braucht es auch diese ruhigeren Tage, an denen man einfach Meile für Meile vorankommt, das Meer beobachtet und den Kopf ein wenig frei bekommt.

Auch Regine und Christian genießen sichtlich diesen Meilentörn, hier in der Etappe von Sardinien nach Mallorca. Regine ist schon erfahren und wird im November auf unserer Überfahrt von den Kanaren nach Martinique dabei sein. Für Christian ist ein Segeltörn dieser Art, mit Meilen, Nachtfahrten und Wacheinteilung etwas völlig Neues und eine wertvolle Erfahrung, die ihm Freude bereitet.

Auch für Gerhard war dieser Meilentörn im Mittelmeer sein erster dieser Art und für ihn ein willkommenes Segelabenteuer. Er war mit mir auf der Etappe von den Balearen, Mallorca über Ibiza bis an die spanische Festlandküste nach Alicante unterwegs.
Die Valentina läuft zuverlässig, die Tage vergehen und wir kommen unserem nächsten großen Ziel langsam näher:
Gibraltar.

Nach den vielen Seemeilen der vergangenen Wochen ist diese Etappe fast so etwas wie eine Verschnaufpause. Zeit, die Eindrücke der bisherigen Reise sacken zu lassen und neue Energie für das zu sammeln, was noch vor uns liegt.
Und dann liegt Gibraltar plötzlich vor uns.
Ein Stück England am Mittelmeer.
Gibraltar ist für mich mehr als nur ein weiterer Zwischenstopp auf unserer Route.
Der berühmte Felsen, die britische Flagge, englische Pubs und mitten darin das Mittelmeer – eine faszinierende Mischung, die man so wohl nur hier findet.
Diesmal bleibt die Valentina im Hafen und ich nutze die Gelegenheit, mir Gibraltar genauer anzusehen.

Ein bisschen Sightseeing muss schließlich auch sein.
Und was gehört in Gibraltar unbedingt dazu?
Natürlich ein ordentliches Fish and Chips in einem englischen Pub.

Nach all den mediterranen Köstlichkeiten der vergangenen Wochen ist das eine willkommene Abwechslung. Dazu das typische Flair eines britischen Pubs, und plötzlich fühlt man sich für einen Moment nicht mehr am Mittelmeer, sondern irgendwo in England.
Doch das eigentliche Highlight wartet weiter oben.
Hoch hinaus zu den berühmten Affen
Der Felsen von Gibraltar ist beeindruckend. Noch beeindruckender ist allerdings der Ausblick von oben.
Über uns der gewaltige Fels, unter uns Gibraltar und der Hafen, vor uns das Mittelmeer. Der Blick reicht weit hinaus und lässt erahnen, welche Bedeutung dieser Ort für die Seefahrt seit Jahrhunderten hatte.
Und natürlich sind wir nicht allein.

Die berühmten Berberaffen gehören zu Gibraltar wie der Felsen selbst. Sie bewegen sich völlig selbstverständlich zwischen den Besuchern und erinnern einen daran, dass man hier zwar mitten in Europa ist – aber eben doch an einem ganz besonderen Ort.
Ich genieße diesen Ausflug sehr.
Nach all den Tagen auf See ist es auch mal schön, diesen Ort nicht nur von der Wasserseite aus zu erleben.
Doch während ich dort oben auf dem Felsen stehe und weit über das Meer blicke, wandern meine Gedanken bereits wieder zur Valentina.

Denn unser eigentliches Abenteuer ist noch lange nicht vorbei.
Hinter Gibraltar wartet der Atlantik.
Madeira, dann die Kanarischen Inseln und im November die Atlantik-Überquerung bis nach Martinique.
Noch liegen viele Meilen vor uns, aber genau das ist es, was diese Reise so besonders macht:
Der Horizont ist noch lange nicht das Ende. Er ist erst der Anfang.



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