1. Der Beginn einer spannenden Reise
- Skipper Martin

- 21. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
1. Der Beginn einer spannenden Reise

Wenn aus einer Idee plötzlich Realität wird – aus einer Vision ein klarer Kurs. Genau das passiert gerade mit dem Start in dieses Abenteuer. Nach vielen Wochen intensiver Vorbereitung, Planung und Vorfreude stehen wir nun am Anfang einer Reise, die uns von der nördlichen Adria bis in die Karibik führen wird. Eine Etappe nach der anderen, ein Meilentörn nach dem nächsten – und jeder einzelne ein neues Kapitel.
Bevor wir die Leinen loswerfen, lohnt sich ein Blick zurück. Denn der Grundstein für dieses Abenteuer wurde bereits vor etwa vier Jahren von mir gelegt. Erst mit flüchtigen Gedanken und als Spinnerei abgetan, doch mit der Zeit reifte die Idee immer weiter zu dieser Seereise. Auch das Interesse von Mitseglern wurde immer deutlicher, je intensiver ich mich in die Planung begab. Kurse, Etappenziele, Terminplanung, aber auch Refitting und die Vorbereitung der Segelyacht auf diese Anforderungen mussten in den Überlegungen mitberücksichtigt werden.
Vier Wochen Werft – Valentina wird fit für die große Reise
Im Februar/März 2026 habe ich mich in Pula in der Marina Polesana in die Werft begeben, um die nötigen Arbeiten vorzunehmen.

Vier Wochen lang wurde geschraubt, geschliffen, optimiert und verbessert. Ein intensives Refitting, das nicht nur Zeit, sondern auch volle Aufmerksamkeit gefordert hat. Das Rigg wurde komplett erneuert, das Unterwasserschiff frisch mit Antifouling versehen und zahlreiche Systeme an Bord auf den neuesten Stand gebracht.



Es sind oft die Details, die am Ende den Unterschied machen: neue Sicherheitseinrichtungen, optimierte Technik, durchdachte Anpassungen für die Langfahrt.
Das Ziel war, das Boot nicht nur seetüchtig zu machen, sondern bereit für eine große Reise über mehrere tausend Seemeilen, über die Adria, das Mittelmeer und den Atlantik. Die Zeit in der Werft war geprägt von langen, arbeitsreichen Tagen, Entscheidungen und auch der einen oder anderen Herausforderung. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen! Das Boot erstrahl in neuem Glanz und hervorragender Technik.

Neues Rigg, neue Segel, komplettes Motorservice mit neuen Aggregaten, Pumpe für Kühlwasser, der innere und äußere Kühlkreislauf, Lichtmaschine, Saildriveservice mit neuer Manschette, neuer Propeller sowie neue Sicherheitseinrichtungen wie Rettungsinsel, MOB-Boje, neues Dinghy mit Motor, EPIRB und UKW-Funk neu gewartet, automatische Rettungswesten und Pyrotechnik.

Die ersten Seemeilen – testen, prüfen, vertrauen
Wie immer ist der Krantermin und somit der Weg zurück ins Wasser ein spannender Moment für mich als Bootseigner. Bereits auf der Rückfahrt von Pula nach Novigrad konnte ich das Boot testen und mich mit den Neuerungen vertraut machen. In den vergangenen zwei Wochen standen zwei Trainingstörns auf dem Programm: ein intensives Skippertraining+plus und ein FB2-Segel- und Manövertörn. Ein voller Erfolg! Ich konnte Vertrauen in das Boot gewinnen und erfreute mich an den neuen Ausstattungsmerkmalen. Diese ersten Ausfahrten waren mehr als nur Routine. Sie waren der erste echte Test unter realen Bedingungen.

Funktioniert alles wie geplant? Greifen die Abläufe? Fühlt sich das Boot richtig an? Die Antwort: ja – und noch mehr. Natürlich erfüllte mich die sehr positive Kritik der Trainees mit etwas Stolz und entschädigte mich für die Arbeit und Mühen der arbeitsreichen Wochen in der Werft. Das Schiff zeigt sich zuverlässig, stabil und bereit. Gleichzeitig haben diese Törns wertvolle Erkenntnisse gebracht, kleine Anpassungen ermöglicht und vor allem eines geschaffen: Vertrauen. Vertrauen in das Boot, in die Technik – und in die bevorstehende Reise.
Der Moment vor dem Aufbruch
Langsam wird es ernst. Ich bin für wenige Tage zu Hause, stelle das Auto ab und packe meine Segeltasche. Ein fast symbolischer Schritt. Denn immer mehr wird es mir bewusst, dass es der Beginn dieser spannenden Reise ist. Es gibt kein Zurück in den Alltag, nur noch den Blick nach vorne und in neue Abenteuer.
Gemeinsam mit dem ersten Crewmitglied geht es am Freitag mit dem Auto nach Novigrad. Die Marina wird zum Ausgangspunkt eines Abenteuers, das uns durch das gesamte Mittelmeer führen wird. Von der nördlichen Adria nach Brindisi und weiter nach Sizilien bis zum Atlantik. Samstag Leinen los.

Die ersten Etappen – vom Vertrauten ins Ungewisse
Der Plan für die ersten Tage steht: Von Novigrad geht es zunächst nach Pula. Dort stoßen zwei weitere Mitsegler zur Crew. Weiter geht es entlang der kroatischen Küste bis nach Zadar, wo schließlich das vierte Crewmitglied an Bord kommt. Erst dort ist die Crew vollständig – bereit für die erste große Etappe. Von Zadar aus wollen wir Kurs Richtung Süden setzen. Vielleicht über die Insel Vis, hinaus Richtung Palagruža – einem dieser magischen Punkte mitten im offenen Meer – und weiter in Richtung Brindisi. Eine Route, die bereits erahnen lässt, was noch kommen wird: längere Schläge, offenes Wasser, Nachtfahrt und über 50 Stunden durchgehende Fahrt über die See.
Und das wird erst der Anfang. Vor uns liegt eine Route, die sich liest wie ein Traum vieler Segler: über Italien weiter nach Sizilien, hinüber nach Sardinien, dann Richtung Balearen – Mallorca und Ibiza. Danach wartet mit Gibraltar das Tor zum Atlantik, bevor wir Kurs auf Madeira und die Kanarischen Inseln nehmen.Und wenn alles nach Plan läuft, erreichen wir im Dezember die Karibik.
Jede dieser Etappen wird ihre eigenen Geschichten schreiben, jede Überfahrt neue Erfahrungen bringen. Begegnungen, Herausforderungen, besondere Momente – und sicher auch die eine oder andere Überraschung.
Was jetzt beginnt, ist mehr als ein Törn. Es ist ein Projekt, ein Abenteuer und ein Traum zugleich. Eine Reise, die nicht nur geografisch neue Horizonte eröffnet, sondern auch persönlich.

Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, was möglich ist, wenn Vorbereitung, Leidenschaft und der Mut zum Aufbruch zusammenkommen.
Dieser Blog wird euch dabei mitnehmen. Schritt für Schritt, Meile für Meile. Mit Einblicken hinter die Kulissen, ehrlichen Berichten von Bord und Geschichten, die nur das Meer schreiben kann.




Lieber Martin, ich empfinde größte Bewunderung für die Art und Weise wie du deine Projekte planst und in die Realität umsetzt.
Als Berufspilot weiß ich wie wichtig die Vorbereitung von Crew und Ausrüstung für eine erfolgreiche Umsetzung einer derartigen Reise ist.
Ich wünsche dir viel Spaß und gutes Segelwetter für diesen langen Trip.
Natürlich eine Handbreit unter dem Kiel, Alles Gute
Andy Rößler